Mit dem Bistro-Traum in die Insolvenz – Eine kurze Geschichte vom Scheitern

In diesem Blog stellen wir seit Jahren Menschen vor, die ihre Job-Träume Wirklichkeit werden lassen. Was aber, wenn daraus keine Erfolgsgeschichte wird, was wenn man scheitert? Dirk Middeldorf hat genau das erlebt und erzählt davon in diesem Bericht.

Meine Geschichte beginnt 2008 in Thailand im Urlaub an einem einsamen Strand. Ich war zu der Zeit in der Internetbranche als Bereichsleiter festangestellt und habe von Zeit zu Zeit über eine Selbstständigkeit nachgedacht. Mir fehlten aber sowohl die Kreativität als auch Mut, den sicheren Job zu verlassen und etwas Neues zu wagen.

In diesem Urlaub habe ich das Buch Minusvisionen – Unternehmer ohne Geld gelesen. Darin erzählen Unternehmer von ihren gescheiterten Geschäftsideen. Die Interviews wurden alle mindestens sechs Monate nach dem Scheitern geführt und mir fiel auf: denen geht es allen gut. Sie sind zufrieden und es ging in ihren Leben positiv mit neuen Ideen weiter. Keiner lebte prekär, wovor ich am meisten Angst hatte.

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Einmal um die Welt und zurück zu mir

Vor ein paar Wochen erhielten wir eine Mail von Joachim. Er hat seinen Job gekündigt und reist jetzt um die Welt. Unterwegs arbeitet er mit unserem Buch. Wir waren so beeindruckt, dass wir ihn baten, seine Geschichte auszuschreiben. Dies hier ist sein Bericht.

Mein Name ist Joachim In der Smitten. Ich bin 55 Jahre alt und von Beruf Ingenieur der Elektrotechnik. Ich habe 2015 meinen Job gekündigt und mich dazu entschlossen eine einjährige Auszeit zu nehmen, um die Welt zu bereisen. Gerade befinde ich mich in Kolumbien und schreibe meine Geschichte auf.

Warum mache ich das? Hauptsächlich treibt mich der Wunsch an, aus dem Alltag auszubrechen. Ich möchte mich vom Leben und den Leuten, die ich unterwegs treffe, inspirieren lassen. Ich will die Grenzen meiner bisherigen „Denke“ einreißen und eine Basis schaffen, die Platz hat für etwas Neues. Für das, was ich wirklich bin, was wirklich zu mir passt.

Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gaben Veränderungen in meinem Job. Vor einigen Jahren wurde der Teil der Firma, in dem ich gearbeitet habe, an Investoren verkauft. Die haben diesen Bereich „gesundgeschrumpft“ – auf Kosten der Menschlichkeit. Irgendwann war die Arbeitsatmosphäre für mich absolut nicht mehr stimmig. Ich musste mich fragen: Will ich für eine “gesicherte” Pension die nächsten 12 Jahre in einem Wertesystem arbeiten, das nicht zu mir passt? Oder mit 55 Jahren nochmal von vorne anfangen und mich auf die Suche nach einer Aufgabe machen, die zu mir passt, die für mich stimmig ist und die mich erfüllt? Continue Reading

Dein Leben, EIN Satz!

Es gibt diese Geschichte von Clare Boothe Luce. Sie war eine der ersten Frauen im US-Kongress und Beraterin von Präsident Kennedy.

Eines Tages hatte sie ein Meeting bei JFK. Der war zu dieser Zeit in viele Projekte im In- und Ausland involviert.

Dennoch fehlte ihm etwas, in das er seine Energie und Leidenschaft einbringen konnte. Seine Befürchtung: Ohne diesen Fokus würde er in seiner Amtszeit nichts bewegen.

Auch Clare Boote Luce befürchtete, dass Kennedy sich in einem Durcheinander an Themen verlieren könnte und gab ihm daraufhin folgenden Rat:
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Was ist ein Life-Designer? Auf der Frankfurter Buchmesse…

An diesem Wochenende waren wir auf der Frankfurter Buchmesse. Unser Buch wurde groß bei Campus präsentiert und Robert hat ein IntervieRobert auf der Buchmessew auf dem Stand des BIB gegeben. Darin ging es auch um die Frage: “Was ist eigentlich ein Life-Designer?”. In einem langen Interview mit Prof. Tom Becker wurde dabei das Buch vorgestellt und diskutiert. Es war schön zu sehen, wie immer mehr “Laufkundschaft” stehen blieb und dem Gespräch zuhörte. Da unser Buch ja kein klassisches Buch ist, sondern vielmehr ein Workshop zum Lesen, haben wir auch eine Übung aus “Design Your Life” mit dem Publikum durchgespielt.

Der Unterschied zwischen Life-Designer und Life-Planner

In diesem Video-Ausschnitt erklärt Robert den Unterschied zwischen Life-Design und Life-Planning, den wir auch in unserem Buch herausarbeiten. Warum macht es Sinn, seine Karriere als Design-Aufgabe zu sehen? Was macht gelungenes Gestalten eigentlich aus? Er geht dabei auf den Fehler ein, den viele kennen: Eine Karriere zu planen, z.B. in Jura, weil es aussichtsreich oder sicher erscheint. Aber schaut es euch selber an:

Was sagen die Messe-Besucher?

Während des Vortrags und am Campus-Stand haben wir mit vielen Besuchern der Messe gesprochen. Natürlich ist es toll zu hören, dass den Lesern das Design gefällt und dass sie vom Inhalt fasziniert sind. Eine Frage im Anschluss an das Live-Interview möchten wir dennoch hervorheben. Eine Zuhörerin fragte uns, was sie tun kann, wenn sie merkt, dass um sie herum niemand Interesse daran hat, sein Leben zu designen. Unsere Antwort: Fang erstmal bei dir selber an, gestalte dein Umfeld und mache kleine Veränderungen. Oft reicht das aus, um andere anzustecken und einen neuen Mindset anzuregen: den Mindset des Life-Designers. Wir sind gespannt, ob die Veränderung Auswirkungen hat.

 

Die Glücksformel? Mehr Geld bei gleicher Arbeitszeit

Marius und ich haben ja beide an der Uni Bonn studiert. Forscher dort haben jetzt eine Studie zum Zusammenhang von Zufriedenheit und Gehalt veröffentlicht. Im renommierten „American Economic Journal“ haben Prof. Dr. Christian Bayer und sein Wuppertaler Kollege Prof. Falko Jüssen ihre Studie mit dem Titel “Happiness and the Persistence of Income Shocks” veröffentlicht.

Ein neuer Blick auf eine alte Frage

Untitled design(3)Mit ihrer Forschung haben sie die bisherigen Erkenntnisse auf den Kopf gestellt. Viele alte Studien haben den Zusammenhang von langfristigen Gehaltssteigerungen nicht berücksichtigt, andere hatten den oft zu beobachtenden Anwachs an Arbeitszeit nicht einberechnet. Die neuen Berechnungen zeigen, dass ein permanenter Anstieg des Gehalts glücklicher macht als ein einmaliger großer Anstieg. Das erscheint ja auch logisch: der Effekt der einmaligen Geldspritze ist schnell verpufft, danach habe ich das Gefühl auf der Stelle hängenzubleiben.

Wenn mehr verdienen mehr arbeiten bedeutet

Oft kommt mit steigendem Einkommen und höhererer Verantwortung auch eine höhere Arbeitsbelastung einher. Wir haben schon oft beobachtet, dass zu viel Arbeiten Menschen unglücklich macht. Die Studie von Prof. Bayer macht das nun deutlich: Es scheint enorm wichtig zu sein für die Zufriedenheit von Menschen, nicht ständig mehr arbeiten zu müssen.

Das Fazit: Mehr Verdienen ist wichtig, nicht immer mehr arbeiten zu müssen aber genauso!

Publikation: Christian Bayer, Falko Jüssen (2015): Happiness and the Persistence of Income Shocks. American Economic Journal. DOI: http://dx.doi.org/10.1257/mac.20120163